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Automotive News
12.03.2008
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Ölige Angelegenheit
• Überwachung der Ölqualität im Fahrzeug
• Wartungsintervalle deutlich verlängern
Stuttgart, Daimler Communications – Mit Hilfe eines speziellen Sensors lassen
sich Ölwechselintervalle um zirka 25 Prozent verlängern. Forscher der Daimler AG
haben ein praktisches System entwickelt, mit dem sie die Ölqualität direkt im
Fahrzeug überwachen können. Damit lassen sich besonders bei Nutzfahrzeugen
Kosten reduzieren.
Je länger Motoröl im Einsatz ist, desto mehr Verunreinigungen ist es ausgesetzt.
Seine Qualität nimmt ab und es verliert nach und nach seine Schmierfähigkeit.
Unter Umständen können dadurch sogar Motorschäden verursacht werden.
Rechtzeitige Ölwechsel sind daher unerlässlich. Dem gegenüber stehen die
Materialkosten bei Lkw mit bis zu 40 Litern Öl in ihren Dieselmotoren. Dazu
kommt der Nutzungsausfall der Lastwagen durch die Standzeit bei der Wartung.
Demnach soll ein Ölwechsel zwar so früh wie nötig, aber so spät wie möglich
vorgenommen werden.
Praktisch messen
Allein mit Hilfe mathematischer Modelle den exakten Zeitpunkt für das maximale
Serviceintervall zu berechnen, ist aufgrund der zahlreichen Randbedingungen
schwierig. Die Software muss unterschiedliche Parameter miteinander in
Verbindung bringen und auswerten: die Temperatur des Motoröls, die Anzahl der
Startvorgänge, eine schonende oder beanspruchende Nutzung oder die jeweiligen
Einsatz- und Umgebungsbedingungen des Fahrzeugs.
Die Daimler-Forscher verwenden daher einen speziellen Sensor, der dank klarer
Messergebnisse den optimalen Zeitpunkt für die nächste Wartung bestimmt. Mit
seiner Hilfe lässt sich das Motoröl im Fahrzeug direkt überwachen. Der Sensor
ist in den Ölkreislauf integriert und bestimmt charakteristische Kenngrößen des
Öls.

Unter Spannung
Zur Messung der Ölqualität wird zwischen dem Innen- und Außenrohr des
ölgefüllten Sensors eine Wechselspannung angelegt, woraus sich die so genannte
Permittivität berechnen lässt. Sie gibt an, wie durchlässig das Öl für das
angelegte elektrische Feld ist. Ist das Motoröl durch Wasser oder Rußpartikel
verunreinigt, wird es polarer und seine Permittivität steigt.
Wie geschmiert
Nicht alle Verunreinigungen aber lassen sich über das elektrische Feld
ausreichend genau erfassen. Befindet sich Dieselkraftstoff im Öl, ziehen die
Forscher als weiteres Qualitäts-merkmal die Viskosität oder Zähflüssigkeit
heran. Im Labor verwenden sie dazu ein Auslaufviskosimeter – ein Ölbehälter mit
einer kleinen Öffnung, durch die das Öl abfließt. Die Zeit, die es in
Abhängigkeit seiner Fließeigenschaften benötigt, ist hierbei ein direktes Maß
für seine Viskosität. Sie zeigt an, wie schmierfähig das Öl noch ist.
Um die Viskosität jedoch während des Autofahrens zu bestimmen, verwenden die
Daimler-Forscher das Hin-und-her-Schwappen in der Ölwanne. Dabei gilt: je
langsamer, desto zähflüssiger. Dieses Schwappen verfolgt der Ölsensor und
berechnet hieraus die Viskosität.
So genügen ein einziger Sensor sowie ohnehin im Fahrzeug vorhandene und
intelligent verarbeitete Informationen, um die verschiedenen Kenngrößen des
Motoröls zu bestimmen. Diese Onboard-Ölqualitätsüberwachung soll nun reif für
den Serieneinsatz bei Nutzfahrzeugen gemacht werden und – dank der exakten
Bestimmung des Zeitpunkts für die nächste Wartung – die Ölwechselintervalle etwa
um ein Viertel verlängern.
Ansprechpartner:
Patricia Piekenbrock Telefon: +49 (0) 160 8687561
Weitere Informationen von Mercedes-Benz unter www.media.daimler.com
Daimler Communications, 70546 Stuttgart, Germany
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